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Fledermauskontrolle am Pfahl bei Weißenstein, Foto: Waas
Fledermauskontrolle am Pfahl bei Weißenstein, Foto: Waas

Fledermausprojekt in Niederbayern

Trotz Unterschutzstellung sind die meisten einheimischen Fledermausarten gefährdet, stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Die Tiere leiden am Verlust von Nahrungsräumen und/oder Quartieren.

Während die Kontrolle von Gebäuden, Stollen und Felsenkellern bei den bisherigen Kartierungen zahlreiche Nachweise erbracht hat, bestehen beim Lebensraum und dem Vorkommen von überwiegend Wald bewohnenden Fledermausarten weiterhin Lücken.

Durch das vor 10 Jahren gestartete Fledermausprojekt möchte der LBV zusätzliche Quartiere schaffen und Kenntnisse über die Artverbreitung gewinnen. Im Landkreis Regen gibt es drei Untersuchungsgebiete: den Pfahl bei Viechtach, die Hänge des Schwarzen Regen bei Gumpenried und den Harlachberg bei Bodenmais mit insgesamt etwa 100 Kästen. Seit 2007 kommen rund 50 Kästen in Wäldern rund um das Stadtgebiet von Deggendorf dazu (u.a. Geiersberg). Seit 2009 werden außerdem große Fledermausflachkästen in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau, Regen, Straubing-Bogen und Deggendorf an Scheunen und Jagdkanzeln befestigt.

Fledermäuse im Museumsdorf Tittling

Foto: LBV, Rödig
Foto: LBV, Rödig

Einige Fledermausarten suchen gerne die Nähe zum Menschen. Auf Dachböden, hinter Fensterläden oder Hausverkleidungen finden sie sichere Verstecke, um sich tagsüber auszuruhen oder geschützt ihre Jungen groß zu ziehen. Besonders dort, wo diese Versteckmöglichkeiten durch Sanierungen verloren gehen, kann der Mensch den seltenen und geschützten Tieren durch Fledermausbretter unter die Arme greifen.

Im Museumsdorf bei Tittling hat der LBV vor knapp zehn Jahren sieben Holzkästen an alten Stadeln angebracht. Auf den ersten Blick hat man den Eindruck: „Das braucht man hier doch nicht!“. Tatsächlich finden die Fledermäuse in den alten Holzhäusern viele Einflugmöglichkeiten, Spalten und Nischen, wo sie ungestört schlafen können. Als die Leiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle heuer mit zwei Mitarbeitern des Museumsdorfes die Kästen kontrollierte, konnten trotzdem in über der Hälfte Kotspuren gefunden werden. „Fledermäuse haben gerne ein bisschen Auswahl, damit sie je nach Witterung dorthin ziehen können, wo die Temperatur für sie angenehm ist“, erklärt Ruth Waas vom LBV. Im Museumsdorf sind diese Bedingungen optimal. Außerdem finden die nächtlichen Flattertiere hier ein wunderbares Umfeld: Es gibt angelegte Bauerngärten mit Blumen, einen kleinen Teich, Wiesen, Weiden und Bäume. Damit ist auf jeden Fall für ausreichend Nahrung gesorgt, denn die abwechslungsreiche Landschaft garantiert auch einen Reichtum an Insekten, von dem sich die Fledermäuse ernähren.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Naturpark Bayerischer Wald und LBV und wird von der Regierung von Niederbayern über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien gefördert. Wer neugierig geworden ist, kann das Museumsdorf ganzjährig zu den Öffnungszeiten besuchen. Eine Bauanleitung für einen Fledermauskasten und Tipps zum Anbringen kann beim LBV Niederbayern unter niederbayern@lbv.de angefordert werden.

Fledermausschutz am Pfahl - Neue Kästen im Jubiläumsjahr 25 Jahre Natura 2000

Jeder, der im Bayerischen Wald wohnt oder hier schon einmal Urlaub gemacht hat, kennt ihn - den Pfahl. Als markante Quarzader zieht er sich immerhin 150 km quer durch den Osten Bayerns. Vom Bayerischen Umweltministerium wurde er vor 15 Jahren mit dem offiziellen Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet und mittlwerweile auch in die Liste der 100 ausgezeichneten „Nationalen Geotope Deutschlands“ aufgenommen. 

In der reizvollen Landschaft kann man nicht nur als Mensch Ruhe und Erholung finden, hier ist auch die Heimat einer Vielzahl an bemerkenswerten Tier- und Pflanzenarten. Teile des Pfahls sind deshalb geschützt. Sie sind dabei nicht nur lokale Kleinode, sondern gehören sogar dem Europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 an. Das Schutzgebietsnetz Natura 2000 feiert 2017 25-Jähriges Jubiläum. Diesen Geburtstag hat die Kreisgruppe des LBV Regen zum Anlass genommen, die Fledermauskästen am Pfahl unter die Lupe zu nehmen. Am Pfahl bei Viechtach betreuen die Aktiven des LBV schon seit knapp 20 Jahren Kästen für Fledermäuse. Hier muss immer mal wieder nachgebessert werden, weil Spechte oder auch Alter und Witterungseinflüsse die Kästen mit der Zeit zerstören. Heuer wurden aber auch Fledermauskästen am Moosbacher und Weißensteiner Pfahl betreut, die Mitarbeiter des Naturparks Bayerischer Wald vor sieben Jahren aufgehängt haben. Besonders dankbar waren die ehrenamtlich Aktiven der LBV-Kreisgruppe Regen für die Unterstützung durch den Forstbetrieb Bodenmais. Der Forstwirtschaftsmeister Paul Hilgart hat bei der Ausbildung seiner Lehrlinge auch Naturschutz auf dem Stundenplan. In diesem Zusammenhang wurden im Winter Fledermauskästen gebaut, die für das Artenschutzprojekt des LBV am Pfahl zur Verfügung gestellt werden konnten. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Naturpark Bayerischer Wald und LBV und wird von der Regierung von Niederbayern über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien gefördert.

Herzlich Willkommen am Harlachberg

Die Aktiven der LBV-Kreisgruppe Regen waren 2016 gemeinsam mit Ruth Waas von der Geschäftsstelle Niederbayern gleich unterwegs, um die neuen Kästen an der GutsAlm in Augenschein zu nehmen. Tatsächlich haben die Fledermäuse das neue Angebot sehr schnell angenommen. Bereits im ersten Jahr sind in 5 von 6 Kästen Spuren zu finden. Drei davon waren sogar aktuell besetzt. Vermutlich von Zwergfledermäusen (eine Verwechslung mit Rauhhautfledermäusen kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, weil die Kästen nicht geöffnet werden können).

Unterstützung für Fledermäuse am Schwarzen Regen

Der Schwarze Regen bei Gumpenried ist nicht nur für naturverbundene Menschen eine wahre Augenweide. Hier tummeln sich auch allerhand Fledermäuse. Seit vielen Jahren werden sie vom LBV durch Holzkästen unterstützt. So konnten z.B. Wasser- und Bartfledermäuse nachgewiesen werden. Weil nach 15 Jahren schon ettliche Kästen verloren gegangen sind, wurden mit Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten wieder 16 neue Flachkästen im Uferbereich angebracht. Auch hier waren wie am Harlachberg die Aktiven der Kreisgruppe Regen, die Regierung von Niederbayern mit ihrem Förderprogramm und das Forstamt Bodenmais als Eigentümer und Kastenspender unerlässlich für ein Gelingen.

Auch hier haben die Aktiven der LBV-Kreisgruppe Regen 2016 die erste Kontrolle durchgeführt. Die neuen Kästen des Forstamts haben sich offensichtlich bewährt. Schon im ersten Jahr sind 10 von 16 Kästen also über 60% der Kästen genutzt. Gefunden wurden Wasser- und Bartfledermäuse. In einem Kasten konnte sogar eine Gruppe von sieben Tieren beobachtet werden.